Fachwissen aus zwei Generationen: die ehemaligen Erzieherinnen Erika Bergmann (Leitung), Marita Groth und Grete Deichmann mit der heutigen Leiterin Michaela Henkelmann und Fachbereichsleiterin Heike Stein-Dietrich (v.l.). Foto: Juliane Fuchs

Deichi, Bergi und Grothi erinnern sich

Wie war das damals? Drei ehemalige Erzieherinnen der Kita Pampow erzählen aus dem Kindergarten-Alltag

Wissen Sie, wer Bergi, Deichi und Grothi sind? Einige Pampower Eltern kennen die ehemaligen Erzieherinnen der Kita „Bremer Stadtmusikanten“ noch aus ihrer eigenen Kindergartenzeit. „Bergi“ alias Erika Bergmann fing 1986 in der Einrichtung an und übernahm von 1990 bis zu ihrem Ruhestand 2008 die Leitung. „Deichi“ alias Grete Deichmann betreute von 1969 bis 2012 zahlreiche Kita-Kinder in Pampow. „Grothi“ alias Marita Groth machte ihr Praktikum in Pampow, lernte Erzieherin und arbeitet von 1974 bis 13. Juli 2018 im Pampower Kindergarten.

Alle drei wohnten während ihrer Ausbildung zur Erzieherin im Schweriner Schloss. Alle drei erlebten die Wende in der Pampower Kita, mussten ihre Berufsanerkennung neu bestätigen und dazu 1994 den Abschluss zur staatlich anerkannten Erzieherin ablegen. Alle drei verbinden bis heute zahlreiche Erlebnisse miteinander.

Frau Bergmann, wie haben Sie sich das vorgestellt?

„Wir hatten nach der Wende das erste Mal Existenzängste“, erzählt „Bergi“. Sie musste die Kita als frisch gebackene Leiterin durch die ersten unsicheren Jahre steuern. Es war die Zeit der geburtenschwachen Jahrgänge, „in der wir ständig Diskussionen über Kapazitäten führten“. Zwar verkleinerten sich die Gruppen auf maximal 18 Lütte – zu DDR-Zeiten waren es 20 Kita-Kinder und mehr. „Aber selbst so bekamen wir die Gruppen zum Teil nicht voll“, sagt die Pampowerin.

Hinzu kamen neue Anforderungen an die Erzieher. Zu DDR-Zeiten gab es einen Bildungs- und Erziehungsplan. „Nach der Wende entschieden wir uns für den situationsbezogenen Ansatz, was Weiterbildungen für alle bedeutete.“

"Wir haben immer unser Bestes gegeben"

Auch die Rolle der Eltern veränderte sich. Vor 1989 führten Erzieher noch Hausbesuche durch, nun traf man sich nur noch in der Kita. Zwar gab es zu DDR-Zeiten größere Gruppen, aber auch ein vertrauensvolleres Verhältnis mit den Eltern.

„Wir haben immer unser Bestes gegeben“, berichtet „Deichi“. Es war noch die Zeit der Kohleöfen. „Da mussten wir schon besonders aufpassen.“ Befreiend erlebten es alle drei, als der Kittelzwang im Jahr 1986 wegfiel. Wenn ihre Kita am 16. November ihren 50. Geburtstag feiert, werden sie wohl mit von der Partie sein.

Und die größte Belohnung? „Wenn unsere Kita-Kinder von damals inzwischen selbst Eltern sind und zu ihren Kindern sagen: ,Schau mal, das war meine Erzieherin und wir hatten es gut bei ihr.’“