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Pflege läuft weiter – mit neuen Lockerungen

Welche Änderungen Corona im Pflegebereich mit sich bringt und was gleich bleibt.

Mit der Corona-Pandemie haben sich viele Abläufe des täglichen Lebens verändert. Die Kundenzahl in vielen Supermärkte wird begrenzt und Arbeitnehmer sollen ihren Arbeitsplatz nur aufsuchen, wenn es unbedingt notwendig ist. Das gilt nicht für die Pflege, denn sie gehört zu den sogenannten systemrelevanten Arbeitsbereichen. Das Personal kümmert sich weiterhin um die Bewohner der Altenheime und um ambulante Patienten.

„Die Pflege findet unter erhöhten Hygieneregeln statt”, sagt Kerstin Wein. „Läuft aber sonst normal weiter. Wir arbeiten in geregelten Abläufen – unter Berücksichtigung der Auflagen des Ministeriums – und versorgen alle Bewohner und Patienten wie gewohnt.“

Wie für alle Pflegeeinrichtung gelten auch für die Leiterin und ihre Mitarbeiter die vom Gesundheitsministerium MV beschlossenen Regelungen, die Anfang Mai gelockert worden sind. Heimbewohner dürfen unter vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen wieder Besuch von einer festen Bezugsperson empfangen. Diese muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen und den Abstand von 1,5 Metern wahren. Außerdem finden Besuche nur in Begleitung des Pflegepersonals und in ausgewiesenen Bereichen statt. So sind unter Auflagen wieder wichtige soziale Kontaktaufnahmen möglich.

Für das Personal ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes weiterhin verpflichtend. Außerdem wird die Hygiene verstärkt eingehalten. Kerstin Wein sagt dazu: „Wir hatten schon vor Corona hohe Hygienestandards. Was wir jetzt machen: Uns noch öfter die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Einzig der Mundschutz ist neu.”

Die Schutzkleidung für das Personal wird zentral vom Land verwaltet. „Der Landkreis Ludwigslust arbeitet mit Hochdruck an der Beschaffung der nötigen Schutzausrüstung", sagt Wein.

Aktuell gibt es in allen Einrichtungen (einem Altenheim, zwei Tagespflegen, zwei betreuten Wohnanlagen) und in den vier ambulanten Pflegediensten keinen einzigen bestätigten Corona-Fall – weder bei den Bewohnern noch beim Personal. Falls es aber eine positive Testung geben sollte, existiert ein Notfallplan, bestätigt Wein. „Natürlich sind wir auf den Notfall vorbereitet. Ich stehe in engem Kontakt zu allen Teamleitern. Sollte es einen positiven Corona-Fall geben, wissen wir, was zu tun ist.”

Die neuen Bestimmungen des Ministeriums gelten für Pflegeheime auf unbestimmte Zeit. „Keiner kann in der aktuellen Situation langfristig planen. Wir aber können auf Veränderungen schnell reagieren.” Und jeder sollte, wie die Leiterin sagt, im Moment besonnen handeln, die 1,5 Meter Abstand beispielsweise einhalten, damit jeder – Personal und Pflegebedürftige – bestmöglich geschützt ist.