Mit Abstand ein gelungenes Jugendweihe-Wochenende

Mit Maske zur Jugendweihe

Kleid, Fliege, adrettes Schuhwerk. Die jungen Erwachsenen haben sich für ihre Jugendweihe am 08. August in Grabow herausgeputzt. Gegenseitig begutachteten sie sich. Leises Tuscheln und Staunen war zu hören, wenn sich das Geheimnis um die Festbekleidung der anderen endlich lüftete.

Am Schützenhaus in Grabow trafen sich am Wochenende Eltern, Großeltern und Geschwister, um die von der Volkssolidarität Südwestmecklenburg (VS) ausgerichtete Jugendweihe feierlich zu begehen. Alles wie immer – mit kleinen Unterschieden. Der Sektempfang war Selbstbedienung, die Maske Must-have – und bei einigen perfekt aufs Outfit abgestimmt – und unter den Gästen wurde vornehm der Abstand von anderthalb Metern gewahrt.

Die Jugendlichen dagegen „durften” mit Maske zum Gruppenfoto antreten. Das richtige Hinstellen dauerte ein paar Minuten, wie immer. Lächeln! Unter der Maske nicht zu sehen, strahlten die Augen. Ohnehin stand das Wichtigste noch an: der Einlauf. Nicht stolpern, in die richtige Reihe abbiegen, im richtigen Moment hinsetzen. Geschafft. Jacqueline Bernhardt, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der VS Südwestmecklenburg, begrüßte die Jugendlichen im Saal: „Ich freue mich sehr, Sie alle heute hier im Schützenhaus begrüßen zu können, gerade heute.” Nach langer Ungewissheit, ob Jugendweihen in diesem Jahr unter Corona überhaupt stattfinden können, klappte es – auch dank zahlreicher, teilweise ehrenamtlicher, Helfer des Verbands. Die Vorsitzende mahnte deshalb auch zur Einhaltung der Regeln und leitete durch die restliche Veranstaltung.

Insgesamt wurden drei Jugendweihedurchgänge in Kleingruppen von 15 bis 18 Jugendlichen abgehalten, 50 Teilnehmer waren es. Vier Gäste durften in diesem Jahr eingeladen werden, die Plätze wurden zugewiesen – das Gedränge um die beste Sicht viel somit aus. Die Jugendweihereden aber wurden wie eh und je gehalten. Für Kathleen Bartels, Bürgermeisterin der Stadt Grabow, war es eine Herzensangelegenheit, liebe Worte an die Jugendlichen zu richten. Stefan Sternberg, Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, fragte sich, ob man in den Augen der Eltern je erwachsen würde? „Nein”, sagte er und ergänzte: „Meine größte Kritikerin ist 79 und wohnt mit mir unter einem Dach. Und ihr ist egal, dass ich Landrat bin. Es ist meine Oma.” Natürlich gilt es den Reden, auch den Eltern zu danken, so wie es der Redner Frank Junge, Mitglied des Deutschen Bundestags, tat – für die Unterstützung und den Anteil am „Vorwärtskommen”. Er wies dann noch darauf hin, dass man als Elternteil auch loslassen müsse.

Aber noch nicht heute, denn erst einmal feierten die Familien im Privaten weiter. So wie es immer geschieht, wenn die Kinder in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden.