Foto: Sabrina Panknin, SVZ

Mehr Fragestunde als Diskussion

Kathleen Bartels (SPD) stellte sich im Grabower Schützenhaus allein den Fragen von rund 200 anwesenden Bürgern. Am 21. Oktober wählen Grabower ihren neuen Bürgermeister.

Von Podiumsdiskussion kann keine Rede sein. Der Abend im Grabower Schützenhaus, zu dem knapp 200 Bürger am Dienstagabend erschienen sind, entwickelte sich schnell zu einer Bürgerfragestunde. Eingeladen hatte der Kreisverband der Volkssolidarität Südwestmecklenburg. „Im Sinne der Gerechtigkeit und Fairness wollten wir allen drei Kandidaten die Möglichkeit geben, sich den Grabowern vorzustellen“, erklärte die VS-Kreisvorsitzende Jacqueline Bernhardt (Die Linke), die den Abend eröffnete. Moderiert wurde später von Juliane Fuchs, seit vielen Jahren Journalistin und Pressesprecherin der Volkssolidarität Südwestmecklenburg.

Zugesagt und am Dienstagabend erschienen war nur Kathleen Bartels – gemeinsame Kandidatin der SPD, der Fraktion der Linken und der Wählergruppe Starkes Grabow. Christine Eichen (parteilos) und Markus Rohst (CDU) waren verhindert.

Lange Liste an Themen

Wirtschaft, generationenübergreifendes Leben in der bunten Stadt an der Elde, junge Familien, Senioren: die Liste der angesprochenen Themen war lang. Kathleen Bartels wolle sich den Herausforderungen der kommenden Jahre stellen. „Die Kaufkraft muss wieder in die Innenstadt geholt werden“, erklärt die Bürgermeisterkandidatin. Eine große Chance sehe sie im Gewerbegebiet an der A 14. „Hier können neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Dafür wolle sie sich stark machen. Die Kandidatin setze bei vielen Themen auf Kommunikation und Teamwork.

Angesprochen darauf, was sie anders machen wolle als der noch amtierende Bürgermeister Stefan Sternberg, antwortete Kathleen Bartels, dass sie in jedem Fall die schon jetzt gute Zusammenarbeit mit den anderen Städten Neustadt-Glewe und Ludwigslust sowie dem Landkreis Ludwigslust-Parchim weiterhin aufrecht erhalten wolle. „Grundsätzlich aber habe ich meine eigene Persönlichkeit. Mir ist es wichtig, dass in der Stadtvertretung auch in Zukunft parteiübergreifend und themenbezogen gearbeitet wird.“

Wolfgang Krause aus Wanzlitz, einem Ortsteil der Stadt Grabow, habe das Gefühl, dass sich alle Pläne, die vor allem derzeit in der Demografiewerkstatt Kommunen angeschoben werden, sich nur auf die Stadt beziehen. Wo aber bleiben die Ortsteile? „Wir müssen die Gespräche noch mehr intensivieren, auch mit den Ortsteilen. Wenn Sie das Gefühl haben, abgehängt oder nicht wahrgenommen zu werden, müssen wir das ändern.“

Probleme mitnehmen

Auf Probleme wie die Hinterlassenschaften der Hunde in der Innenstadt oder die Sperrungen der Waldwege angesprochen, entwickelte sich der Abend immer mehr zu einer Bürgerfragestunde. Kathleen Bartels wolle die Probleme mit in die Stadtverwaltung nehmen und für Abhilfe schaffen.

Einige Grabower wagten bereits während der Veranstaltung ein Resümee. Es sei zu unverbindlich geantwortet worden. Oliver Bommer kritisierte ebenfalls fehlende Tiefe. „Ich hätte mir mehr Inhalt gewünscht.“ Er finde es aber gut, dass sie auf alle Nachfragen eingegangen sei. „Schade finde ich, dass die beiden anderen Kandidaten diesen Abend nicht genutzt haben. Der Bürger kann sich so kein Bild davon machen, wie sie sich geschlagen hätten“, lautet Oliver Bommers Fazit. Nicht gerecht findet dagegen Anneliese Seiche, dass Kathleen Bartels sich allen Fragen alleine stellen musste. „Die Beiden wollen doch auch gewählt werden und dann fehlen sie. Das ist nicht in Ordnung.“ Auf viele Fragen hätte die Kandidatin gar nicht antworten können. Außerdem entscheide ein Bürgermeister nicht allein. „Wir, die Stadtvertreter, entscheiden über die Beschlüsse“, erklärte Stadtvertreterin Elke Riechert (SPD).

Quelle: Ludwigsluster Tageblatt, Schweriner Volkszeitung (26. September 2018)
Autorin: Sabrina Panknin