Die neue Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung in Hagenow ist eröffnet. Foto: Juliane Fuchs

Lotsen zu mehr Teilhabe

Unabhängige Beraterinnen helfen Menschen mit Behinderung ab sofort in Hagenow

Der Rhythmus treibt, den die Musikgruppe der Hagenower Begegnungsstätte für psychisch kranke Menschen trommelt. „Auch das ist Teilhabe“, eröffnete Leiterin Britta Nevermann am Mittwoch die neue ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstelle (EUTB) in Hagenow. Ergänzend, weil sie bestehende Angebote flankiert. Unabhängig, weil sie sich an den Ratsuchenden und nicht an Leistungsträgern wie Kranken- und Pflegekassen orientiert. Träger des Angebots ist der Landesverband der Volkssolidarität.

„Wir helfen Ratsuchenden kostenlos, bei kniffligen Fragen ihre eigenen Entscheidung zu treffen“, erklärt Britta Nevermann, die vorher die Psychosoziale Tagesstätte „Am Park“ in Hagenow geleitet hatte.

Die Ratsuchenden sind Menschen mit oder von Behinderung bedroht, deren Angehörige und Mitarbeiter anderer Vereine, Organisationen und Behörden. „Wir lotsen durch das System und helfen ihnen, das richtige Leistungsangebot für ihre individuelle Lage zu finden“, so die Fachfrau.

Ein Beispiel: Ein blinder junger Erwachsener möchte aus dem Elternhaus ausziehen. Wie findet er eine passende Wohnung? Welche Unterstützung gibt es? Was hilft ihm, sich selbstständig in der neuen Umgebung zurechtzufinden? Um Antworten zu finden, kann der Betroffene kostenfreie Hilfe bei den EUTB-Beratern bekommen.

„Wir beraten bei Teilhabemöglichkeiten und Gesundheitsvorsorge, Leistungsansprüchen, Fragen zu Wohnen, Mobilität und Freizeitgestaltung, Hilfsmitteln und Assistenzsystemen, Arbeit, Beruf und Bildung“, erklärt Nevermann. Wobei die letzteren drei Bereiche immer noch die größten Herausforderungen stellen würden.

Rund 500 dieser Beratungsstellen entstehen zurzeit deutschlandweit im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Das Hagenower Team bietet den Service auch in Boizenburg, Dömitz, Gadebusch, Ludwigslust, Neu Kaliß und Rhena an.

Das Besondere: Hier arbeiten auch Betroffene wie Elena Henschke. „Menschen mit Behinderung haben oft Angst vor Mobbing und Ausgrenzung. Um dieser zu entgehen, verstecken sie sich vor der Öffentlichkeit“, erzählt sie. „Viele möchten aber lieber Teil der Gesellschaft sein.“

Dabei helfen die EUTB-Beraterinnen im Hagenower Haus der Volkssolidarität, Uns Hüsung 1. Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr.

Das Team ist erreichbar telefonisch unter 03883 – 72 31 04 und per E-Mail unter teilhabe.beratung_at_volkssolidaritaet.de.

Beratungsstellen in der Übersicht:

Dömitz:
Rathaus, Rathausplatz 1
Dienstag 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr

Gadebusch:
Rudolf-Breitscheid-Straße 16 -18
Montag 8 bis 12 Uhr

Hagenow:
Uns Hüsung 1.
Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr
Freitag von 9 bis 12 Uhr.

Ludwigslust:
Am Alten Forsthof 8
Dienstag 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr

Neu Kaliß:
IBZ, Alter Postweg 90
Dienstag 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr

Rehna:
Deutsches Haus, Gletzower Straße 15
Donnerstag 9 bis 12 Uhr

Boizenburg ist noch im Aufbau.