Waldwoche 2018
Foto: Juliane Fuchs

Lascher Strolche verschwinden im Wald

Eine Woche lang tauschen Kinder und Erzieher Kita-Villa gegen Blätterdach ein

Mächtig erwachsen fühlt sich der dreijährige Mattis. Vor der Bude aus trockenen Ästen stützt er sich auf den gelben Fuchsschwanz. Derweil untersucht der kleine Hannes eine richtige Holzsäge. Er ist schon fast zwei, aber Erzieherin Birte Müller hält ihn sicherheitshalber noch ein wenig auf Abstand. Bei den Laascher Strolchen hat die Waldwoche angefangen: Fünf Tage lang tauschen knapp 50 Kita-Kids ihre Kindervilla gegen das grüne Blätterdach des Waldes ein.

"Die Kinder blühen im Wald richtig auf, sie streiten überhaupt nicht mehr und sind viel ausgeglichener als im normalen Kita-Alltag", sagt Regina Riebe, Leiterin der Kita "Laascher Strolche" in Groß Laasch bei Ludwigslust.

An den ersten beiden Tage machen sich die Kinder mit dem Gelände und dem mitgebrachten Werkzeug vertraut. Da gibt es Sägen, Hämmer, Zangen, Zollstöcke und Planen. Eigentlich alles, was man so braucht, um sich einen Unterschlupf zu zimmern.

Wenige Meter weiter haben die Erzieher Planen ausgebreitet. Hier essen alle Kita-Kinder später zu Mittag, bevor sich jeder zur Mittagsruhe auf seine Iso-Matte kuschelt.

"Das Mittagessen bringen wir aus der Kita hierher, aber das Frühstück müssen alle Kinder von zu Hause mitbringen - in einer Brottasche wie früher", erzählt die Leiterin. Eine gute Möglichkeit für die Erzieher, um zu sehen, was die Kinder zu Hause so essen.

Während so einer Waldwoche lernen die Erzieher ihre Schützlinge noch einmal von ganz anderen Seiten kennen. Wer kann gut klettern? Wer ist geschickt mit Werkzeugen? Wer ist geduldig genug, um Tiere zu beobachten?

Was alle gemeinsam haben: Alle Laascher Strolche schauen gern in das Blätterdach der Bäume, atmen die aromatische Waldluft ein und sind abends hundemüde, wenn es am Nachmittag zurück in die Kita-Villa geht.