Auf dem Weg in die Rente
Schulsozialarbeiterin Ilona Jungbluth verabschiedete sich in den Ruhestand
Lebenswege sind nicht unendlich. Ende Februar endet ein solcher für die Schulsozialarbeiterin Ilona Jungbluth. Fast 28 Jahre widmete sie sich den Sorgen und Nöten von Jugendlichen, war Ansprechpartnerin für alle Schülerinnen und Schülern, Auszubildende und Lehrkräfte am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Ludwigslust, dieses seit 2017 unter der Trägerschaft der Volkssolidarität Schwerin – Westmecklenburg e.V.
„Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen. Irgendwann muss man den Abschied wagen“, resümiert die 64-Jährige.
Am Freitag, dem 20. Februar 2026, verabschiedete sie sich an ihrem Wirkungsort von Kolleginnen und Kollegen sowie langjährigen Partnern aus ihrem Netzwerk. In ihrer langen Berufslaufbahn pflegte Ilona Jungbluth hauptsächlich enge Kontakte zu Schülerinnen und Schülern aus sozialschwachen Familien. „Es hat mir immer eine Menge bedeutet, genau dort unterstützend tätig zu sein. Dazu war auch der enge Kontakt zu den Eltern von großer Bedeutung. Ich habe kein Helfersyndrom, aber immer die kleinen – so wichtigen – Erfolge gesucht. Darin sah ich meine Berufung“, erinnert sich die Schulsozialarbeiterin.
Probleme pflasterten ihren beruflichen Weg naturgemäß von Beginn an. „Aber sie haben sich in den vergangenen Jahren verschoben. Zu meinem Berufsbeginn standen pubertäre Probleme und die Unsicherheit im Erwachsenenwerden im Vordergrund. Aber es wurde miteinander geredet. Der Begriff Cybermobbing hatte da noch keine Bedeutung. Heute wirkt die Technik ganzheitlich auf das Leben der Jugendlichen ein. Alle starren auf ihre Handys und nehmen so kaum noch ihre Umwelt mit allen Sinnen wahr. „Die Kommunikation untereinander ist eine andere geworden“, erklärt Ilona Jungbluth. Was aber gleichgeblieben ist: „Viele wünschen sich Zuneigung und möchten auf sich aufmerksam machen.“
„Einige Jahre wurden an unserer Schule hörgeschädigte Jugendliche unterrichtet. Diese über Inklusion erfolgreich zu integrieren, war ein nicht leichter, aber immer lohnender Weg.“ Wie wichtig die Unterstützung von professionellen Partnern bei der Konflikt- und Problemlösung ist, bestärkte die Schulsozialarbeiterin darin, ihr Netzwerk, auch über den Landkreis hinaus, ständig zu erweitern. „Darum war es mir ein Anliegen, mich auf besonderer Weise, von jahrelangen Wegbegleitern würdig zu verabschieden“.
Das Ende ihres Arbeitslebens öffnet die Tür in einen aktiven Ruhestand. Reisen, Familie, Sportgruppen, Kurse bei der Volkshochschule und mehr Zeit zum Lesen sind die Pläne. „Dabei möchte ich es einfach genießen, vor allem auch frei zu sein in den Entscheidungen“. Ausgiebige Fahrradtouren, wandern, die intensive Wahrnehmung der Natur und die Hobbyimkerei verbinden ihren Mann und sie schon seit Jahre und macht sie glücklich.
Veröffentlicht am: 06. März 2026